Am 1.Januar 2014 hatte der umweltfreundliche Autogasantrieb mit über 500.000 zugelassenen Fahrzeugen hierzulande den Höchststand erreicht. Seither sinkt der Fahrzeugbestand jedoch kontinuierlich. Was ist aus der Kraftstoffalternative Nr. 1 geworden und welche Rolle spielt der LPG-Antrieb im Bezug auf die Feinstaubbelastung? Diesen Fragen wollen wir hier einmal genauer nachgehen.
 

 Für welche Fahrzeuge kommt der Autogasantrieb überhaupt infrage?

Prinzipiell könnte jeder Benzinbetriebe Motor auch mit Gas verwendet werden. Voraussetzung ist eine für den Motortyp geeignete Gasanlage. Besonders einfach ist die Aufrüstung eines Benziner mit Mehrpunkteinspritzung (MPI – MultiPointInjection). Hierfür gibt es günstige und dennoch qualitativ gute Autogassysteme, die noch nach dem Verdampferprinzip arbeiten. Diese Systeme amortisieren sich meist schon nach etwa 35.000 – 75.000 Kilometer. Jedoch sind immer mehr Motoren mit einem Direkteinspritzsystem (DI – DirectInjection) ausgestattet. Für solche Motortypen sollte auch im Gasbetrieb ein aufwendigeres und somit teureres Flüssiggaseinspritzsystem verwendet werden. Folglich steigt hier auch die Dauer der Amortisation an.

Dieselfahrzeuge könnten zwar aus technischer Sicht auch mit LPG angetrieben werden, jedoch gibt es hier höhere technische Anforderungen sowie gesetzliche Hürden zu bewältigen. Ein Dieselfahrzeug würde im sogenannten Mischbetrieb fahren (Diesel und Autogas).
 

Autogas – eine umweltfreundliche Alternative?

Ein großer Pluspunkt beim LPG-Antrieb ist die Möglichkeit, hiermit die durch den Straßenverkehr verursachte Umweltbelastung zu senken. Luftverunreinigende Partikel treten im reinen Gasbetrieb kaum auf. Somit können Autogasfahrzeuge ein gutes Mittel zur Senkung der Feinstaubbelastung sein. Auch der CO²- Ausstoß ist im Gasbetrieb um bis zu 18 Prozent geringer. Ein durchschnittlicher Fahrer eines Autogasmodells erzeugt im Vergleich zum Benzinbetrieb, je nach Fahrweise und Fahrleistung, jährlich bis zu einer Tonne CO² weniger.
 

Viele Vorteile – warum sinken dennoch die zugelassenen Fahrzeuge?

Da kann man natürlich nur spekulieren. Ein guter Grund könnte aus unserer Sicht die immer komplizierter werdende Benzinmotorentechnik sein. Dadurch steigen natürlich auch die Entwicklungskosten für ein geeignetes Autogassystem an, was die Anlage entsprechend teurer macht.

Auch der Ruf von Autogas hat sich vor einigen Jahren verschlechtert, da viele fehlerhaft eingebaute Anlagen zu häufigen Kundenreklamationen bis hin zum Motorschaden geführt haben. Weiterhin wurden von einigen dubiosen Einbaubetrieben auch besonders günstige und schlichtweg minderwertige Anlagen eingesetzt, nur um die eigene Gewinnmarge zu erhöhen.
 

Fazit

Autogas kann auch heute noch eine echte Alternative sein, wenn man sich vorher gut informiert und ein Fahrzeug mit gasfestem Motor besitzt. Auch die Wahl des Umrüsters ist entscheidend. Hier darf nun wirklich nicht am falschen Ende gespart werden. Zumal es sich hier um sicherheitsrelevante Teile handelt. Gut und trotzdem besonders günstig ist unserer Meinung hier schlichtweg nicht möglich.

Wer aber was für die Umwelt tun möchte, trifft mit Autogas sicherlich eine gute Wahl. Und mit einem geeigneten Fahrzeug spart man zudem auch noch bares Geld beim Tanken.

 

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