Umrüstung auf Autogas - lohnenswert oder nicht?

Autogas ist noch bis zum Jahr 2022 steuerlich begünstigt. Angesichts der immer weiter steigenden Kraftstoffpreise kann sich das Vorhaben, das eigene Fahrzeug auf Autogas umzurüsten, also durchaus noch lohnen. Dabei spielen vor allem die Kosten der Umrüstung eine wesentliche Rolle. Sollte das Budget dafür gerade nicht ausreichen, kann natürlich auch eine Finanzierung in Betracht gezogen werden.
 

Was kostet die Umrüstung?

Die Kosten für eine Autogasanlage sind vom Fahrzeugmodell abhängig. Im Schnitt kann jedoch mit Kosten um die 2.500 Euro gerechnet werden, wobei die Abnahme durch den TÜV bereits inklusive ist. Der Einbau sollte immer von einem Fachmann durchgeführt werden. Autogas erfordert eine spezielle Gaseinspritz-Technik, damit Ottomotoren mit dem flüssigen Gemisch aus Propan und Butan betrieben werden können. Oftmals wird der zugehörige Tank einfach in der Mulde für das Reserverad untergebracht. Bei der Berechnung der Reichweite muss beachtet werden, dass ein solcher Tank bis maximal 80 Prozent seiner Kapazität befüllt werden darf.
 

Ab wann ist der Umbau lohnenswert?

Wie schnell sich die Umrüstung auf finanziellem Wege lohnt, ist ebenfalls stark vom Modell abhängig. Hier können zur Verdeutlichung nur ein paar Beispiele genannt werden. Ein Audi A3 1.6 mit 75 kW benötigt auf 100 Kilometer etwa 8,5 l Autogas oder 7,1 l Benzin (Super). Bei Autogas ist demzufolge stets mit einem um bis zu 30 Prozent höheren Verbrauch zu rechnen, je nach Modell. Außerdem kann es zu geringfügigen Leistungseinbußen kommen.

Wird dem nun ein Benzinpreis von 1,37 Euro bzw. 0,66 Euro pro Liter für Autogas zugrunde gelegt, liegen die Kraftstoffkosten pro 1.000 km bei 97 Euro im Benzinbetrieb und bei 62 Euro, wenn allein mit Autogas gefahren wird. Eine vollständige Amortisation der Anlage stellt sich bei 69.000 km ein. Diese Distanz muss jedoch im reinen Gasbetrieb zurückgelegt werden. Wird also wechselweise mit Gas und Benzin gefahren, verlängert sich die Amortisationszeit dementsprechend.

Bei einem VW Polo 1.4 fällt die Amortisationsdauer schon etwas höher aus, denn hier sind wegen des geringeren Verbrauchs 79.000 Kilometer nötig. Die Spritkosten pro 1.000 Kilometer liegen bei 88 Euro (Benzin) bzw. 57 Euro (Autogas).

Noch deutlicher wird der Unterschied beim smart fortwo coupé. Dieser verbraucht auf 100 Kilometer nur 4,7 l Benzin bzw. 5,6 l Autogas. Damit kosten 1.000 Kilometer 64 Euro (Benzin) bzw. 43 Euro (Autogas). Der Umbau amortisiert sich damit erst nach 109.000 Kilometern.

Damit zeigt sich, dass die Umrüstung auf Autogas umso lohnenswerter ist, je mehr Kraftstoff das Fahrzeug verbraucht.
 

Laufende und zusätzliche Kosten

Neben dem Preis für das Autogas selbst fallen in regelmäßigen Abständen auch Kosten für die Wartung der Autogasanlage an. Diese muss, je nach Herstellervorgabe, alle 20.000 bis 25.000 Kilometer von einem Fachmann durchgeführt werden lassen und kostet zwischen 100 und 150 Euro. Zudem schreiben einige Hersteller die Verwendung von Additiven vor. Hierfür fallen im gleichen Zeitintervall Kosten zwischen 20 und 25 Euro an.

Das Netz an Gastankstellen ist in Deutschland gut ausgebaut. Dennoch sollten sich Fahrer vorab informieren, wo sich entsprechende Tankstellen befinden und wann diese öffnen bzw. schließen. Viele dieser Tankstellen sind zudem nicht direkt an den Hauptverkehrswegen aufgestellt. Ist der Tank dennoch mal leer, kann problemlos auf Benzinbetrieb gewechselt werden.
 

Finanzierung einer Autogasanlage

Zur Finanzierung einer Anlage und deren Einbau kann ein gewöhnlicher Ratenkredit in Anspruch genommen werden. Hierzu eignen sich Privat- und Konsumentenkredit gleichermaßen. In vielen Fällen bieten Werkstätten von sich aus eine Finanzierung an, die auf eine Kooperation mit einer Bank hinausläuft. Wie für alle Autokredite gilt aber auch hier, dass diese Angebote vorher mit ähnlichen verglichen werden sollten, da es sich dabei nicht zwangsläufig um das günstigste handeln muss. Hauptaugenmerk sollte auf den effektiven Jahreszins gelegt werden, da dieser alle kostenrelevanten Faktoren mit einbezieht und deswegen als wichtigstes Vergleichsmerkmal gilt.
 
Bild: pixabay.com © fotografia45 (CCO Public Domain)

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