100.000 km mit Autogas und was ich wirklich gespart habe

Wer sein Wagen zum ersten Mal auf Autogas aufrüsten lässt, rechnet erst mal nach, was mit dem günstigeren Kraftstoff im Laufe der Zeit eingespart werden kann. Viele nutzen hierzu einen der zahlreichen Amortisationsrechner im Internet. In der einfachsten Variante wird hier einfach die mögliche Einsparung zwischen Benzin und Autogas unter Berücksichtigung des Mehrverbrauchs ermittelt. Für einen groben Überblick reicht das sicher aus, um anhand der voraussichtlichen jährlichen Fahrleistung zu überprüfen, ob sich eine Aufrüstung auch aus finanzieller Sicht lohnt. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Ist die Ersparnis so einfach zu ermitteln oder kommen durch den Autogasbetrieb auch noch zusätzliche Kosten hinzu?
 

Alle Kosten berücksichtigen

Die Kosten-/Nutzen-Rechnung beschäftigt viele, die sich erstmalig über Autogas informieren. Der Forenbeitrag von Schoeni „Kosten-/Nutzen-Rechnung LPG-Anlage nach Einbau -Eure Erfahrungen sind gefragt“ hat mich dazu bewegt, das Ganze nun anhand meines aktuellen Fahrzeugs möglichst genau nachzurechnen. Hierbei möchte ich auch alle zusätzlichen Kosten mit einbringen, die aufgrund der Autogasanlage anfallen. Da ich die Autogasanlage, aufgrund meines Berufs, in meinem Fahrzeug selbst eingebaut habe, nutze ich für Aufrüst- und Wartungskosten branchenübliche Preise, um möglichst realistische Zahlen zu erhalten.

Einmalige Kosten:
  • Einbau Prins VSI 4 Zylinder: 2.250,00 Euro
  • GSP und Abnahme der Autogasanlage vom TÜV: 134,23 Euro
  • Eintragung der Autogasanlage in die Fahrzeugpapiere: 15,30 Euro
Der Gasanlageneinbau erfolgte am 06.10.2010 bei 128.300 Kilometer. Am 16.05.2014 waren 230.156 Kilometer auf der Uhr. Somit beträgt die Laufleistung im Gasbetrieb bisher 101.856 Kilometer. Im Benzinbetrieb betrug der Durchschnittsverbrauch 9,68 Liter auf 100 Kilometer. Der Benzinpreis schwankte in den letzten 3,5 Jahren so zwischen 1,40 und 1,60 Euro pro Liter. Einfachheitshalber gehen wir bei meiner Rechnung von 1,50 pro Liter aus:
  • 9,68 Liter / 100 Kilometer = 0,0968 Liter pro Kilometer
  • 0,0968 Liter x 101856 Kilometer = 9.859,66 Liter
  • 9.859,66 Liter x 1,50 Euro = 14.789,49 Euro
Im Benzinbetrieb hätte ich in den letzten gut 3,5 Jahren also 14.789,49 Euro Kraftstoffkosten gehabt. Aufgrund der LPG-Aufrüstung habe ich in diesem Zeitraum natürlich deutlich weniger ausgegeben. Tatsächlich habe ich vom 06.10.2010 – 16.05.2014 für Benzin und Autogas genau 8.695,86 Euro bezahlt. Das macht erst einmal eine Ersparnis von 6.093,63 Euro. Die Autogasanlage hat sich somit nach etwa 1,5 Jahren amortisiert.

In meiner Rechnung habe ich bereits das Startbenzin mit berücksichtigt, da ich die gesamten Kraftstoffkosten zugrunde gelegt habe. Was nun noch fehlt, sind Mehrkosten für die Wartung der Autogasanlage. Prins empfiehlt einen ersten Filterwechsel bei 25.000 Kilometer und den nächsten nach weiteren 75.000 Kilometer. Der branchenübliche Preis hierfür dürfte bei etwa 50,00 Euro liegen. Im Rahmen der HU vielen zusätzliche 20,00 Euro für die GAP (Gasanlagenprüfung) an. Außerdem werden die Zündkerzen alle 30.000 km (statt vorher 90.000km) gewechselt. Es kommen aber günstigere Kerzen zum Einsatz, da ich mich entschieden habe, im Gasbetrieb keine Iridiumkerzen zu verwenden. Der Zündkerzenpreis hebt sich in meinem Fall auf, da die Kerzen rund 3-mal günstiger sind. Lässt man die Zündkerzen in einer Fachwerkstatt austauschen, so fallen etwa 20 Euro für das wechseln an. Macht also noch einmal 40 Euro Mehrkosten (der dritte Tausch wird nicht berechnet, da dieser ja auch ohne Gasanlage stattgefunden hätte).
 

Nun zur Endabrechnung

Von den eingesparten 6.093,63 Euro werden folgende Kosten abgezogen:
  • Einbau Autogasanlage: 2.250 Euro
  • GSP und Abnahme: 134,23 Euro
  • Eintragung: 15,30 Euro
  • Gasfiltertausch: 100 Euro
  • GAP: 20 Euro
  • Zündkerzentausch: 40 Euro
Nach Abzug aller mit der Autogasanlage verbundenen Kosten bleibt mir also nach rund 100.000 km eine echte Ersparnis von 3.534,10 Euro. Dazu kommt der Umweltvorteil sowie ein deutlich ruhiger laufender Motor. Da ja erst einmal die Autogasanlage wieder eingefahren werden musste, wird die zukünftige Ersparnis natürlich deutlich höher ausfallen.
 

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